Freitag, 30. September 2011

The last two weeks in New Zealand

Kia Ora :)

Es ist wieder so viel passiert in der Zeit, in der ich nicht geschrieben habe. Aber der Reihe nach.
1) Wellington: Nachdem ich (voll der Jetsetter) gerade erst zwei Tage aus Sydney zurück war, ging es schon mit Bus und Fähre nach Wellington, einmal um meine liebe Freundin Sara zu besuchen und dann noch um das Rugby Game Australien vs. USA zu gucken.
Die zweistündige Busfahrt von Nelson nach Picton war eigentlich ganz schön, nur leider hatte ich ständig keinen Empfang, der Akku meines Handys war schnell leer und mir wurde schlecht, weil es SEHR kruvig war. Für die Landschaft hat sichs aber gelohnt. Man denkt echt nicht, dass zwanzig Minuten außerhalb von Nelson einfach... nichts ist. Nichts außer Wald, Himmel, Bergen und einer zweispurigen Straße, die sich am Berg entlang schlängelt. Ohne Leitplanken meistens. Da war ich dann mal für den Linksverkehr dankbar, da dieser Riesenbus dann auf der Seite der Steilwand und nicht des "Abgrundes" fuhr :D
Nach Zwischenstops in Dörfern/Häuseransammlungen/Farmen und Blenheim, wo übrigens alle Verkehrschilder wegen der dort stationierten Soldaten nochmal in Russisch sind, war ich dann zu früh in Picton. Ich hatte noch 2,5  Stunden bis zum Boarding. Und da ich ja so ein Sparfuchs war, hab ich nicht die so wohl empfohlene und weitaus teurere Fähre vom Interislander genommen, sondern die "Trucker"-Alternative: Bluebridge. So wurde mir jedenfalls gesagt. Und da ich das Bluebridge-Terminal nicht gefunden hab, hab ich meine Zeit in dem von Interislander verbracht, Fernsehen geguckt, mein Handy angefleht wieder anzugehen etc etc :D Irgendwann fand ich dann, dass es langsam mal Zeit wurde, das richtige Terminal zu finden. Das war irgendwo anders, dem Shuttlebus sei dank. Und siehe da: Obwohl ich vorher davon ausgegangen war, dass Bluebridge irgendein leicht schrottiges Unternehmen ohne richtiges Terminal ist, wurde ich positiv überrascht: Das Office war zwar ganz woanders, aber auch voll ausgestattet.
Man, ich geh schon wieder so ins Detail.
Die Fähre hat mich dann doch ein bisschen enttäuscht. Bis ich auf der Suche nach ner Steckdose mit Rollkoffer und Handy in der Hand über zwei nette Deutsche gestolpert bin, die ich sogar kannte. Jaja, die Welt ist klein, es waren der Nico und der Lennart aus Nelson. Und wir sind nicht nur mit der selben Fähre gekommen, wir sind sogar zum selben Spiel im selben Block gegangen und die beiden hatten für das Wochenende eine Gastfamilie. Meine Gastfamilie aus Wellington nämlich. Die Fahrt wurde sofort besser, hab ich dann auch endlich mal den Kino und Café Bereich gefunden :D
In Wellington gabs dann ein großes Geschrei als ich die Sara wiedergetroffen hab ;) Auf dem Weg nach Hause haben wir wirklich nur geredet, auf deutsch und seeeehr schnell. Die Leute haben schon geguckt.
Wir mussten dann aber schnell wieder los, haben uns schwarz-weiß all blacks mäßig angezogen und sind zum Australien USA Spiel gegangen. Im Hauptbahnhof gab es erstmal eine Invasion von USA-Fans, die alle USA! Aussies gay! gerufen haben.
Das Spiel war wirklich total cool, auch wenn die Amis 5:47 verloren haben. Trotzdem, das ganze Stadion war gegen die Wallabies und die Stimmung war bombe :D Nur leider waren Sara und ich so fast die einzigen All Blacks-Fans. Oder sagen wir: Wir waren die einzigen in Schwarz.
Auch cool war, dass man so unglaublich viele Leute kennengelernt hat, bzw. sich einfach hingestellt und mit ihnen ein Foto gemacht hat. Nur haben die meisten das Interesse an uns verloren, als sie herausgefunden haben, dass wir noch Schüler sind UND nicht mit ihnen nach dem Spiel noch feiern gehen wollten. Jaja, wir sind schon brav..
Den Samstag haben wir beide mit essen und in der Stadt rumlaufen verbracht - naja, eigentlich immer eher von einem Imbiss zum nächsten Eisstand. Und als es dann nach Hause ging, warteten zwei Chocolate-Cupcakes auf uns. Und danach gabs Dinner.
Und bei den Nightgames von der Kirche gabs zur Belohnung auch nochmal heiße Schokolade und Kekse.
Achja, Nightgames: Mitglieder der OCC (Onslowe Community Church) jeden Alters treffen sich samstagabends und dann spielt man mal ein bisschen Rugby im Dunkeln im botanischen Garten :D Es hat echt sau viel Spaß gemacht, nur leider wäre ich öfters fast in den Teich genau in der Mitte des Feldes gefallen...
Wegen dieser Nightgames haben wir dann das bisher am meisten erwartete Spiel des Jahres verpasst: All Blacks vs. France! Aber glücklicherweise hat jeder Durchschnittsneuseeländer Sky und so konnten wir die Wiederholung schauen.
Ich hatte ja ein bisschen Sorge, dass die All Blacks das nicht gewinnen, weil Frankreich so ein Angstgegner ist, aber natürlich haben sie das resolut 47:17 oder so gewonnen..
AM nächsten Tag musste ich dann leider wieder zurück, dass hieß dann: Früh aufstehen, Kirche, nach Hause, Sachen und mich zum Hafen bringen und dann ab auf die Fähre. Diesmal war ich aber wirklich ganz allein, dafür war die Fähre seehr cool.
Anscheinend einer dänischen Gesellschaft abgekauft, hab ich mich dann im Bistro Bornholm blamiert, weil ich mit veralteten NZ-Dollars oder AUS-Dollars bezahlen wollte, bin durch einen Korridor namens Landgang Sassnitz gegangen und hab mich auf DEUTSCHEN Toiletten mit dänischen und deutschen Anleitungen wiedergefunden. Achja, und die Türen ließen sich auch endlich in die richtige Richtung verschließen. Das ist hier nämlich andersrum.
Achja, und bei der Filmsprachauswahl gabs dann auch Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch(;D) und Englisch.
Auf der Busfahrt waren wir ein bunt gemischtes Völkchen, bestehend aus Deutschen, die mich in Blenheim aber wieder verließen, Amerikanern aus Wellington und einem Franzosen, der fast kein Englisch konnte. Und mit einem Kiwi gabs dann noch ne Jamsession auf der Rückbank... :D Das ist wirklich, was ich hier so liebe an diesem Land. Keine Spur von dem deutschen Rumgehampel. Gerade im Bus ging es dann einfach mal so: "Hey, bis wohin fährst du?" "Bis nach Nelson und warum seid ihr hier?" Oder ganz einfach: "Ach, kommst du aus Deutschland? Ich war mal in MÜNCHEN" Fast keiner war in Norddeutschland. Aber viele können ein bisschen deutsch...
Und übrigens: Mein Französisch ist schrecklich.Ich brauche sooo lange, um mich an die ganzen Worte zu erninnern und die kommen alle so falsch raus :( Aber mir haben jetzt schon viele gesagt, dass mein Englisch exzellent ist etc. Eigentlich cool, so nach drei Monaten...

2) Rugby-Fieber: Ja, wiedereinmal Rugby. Die Provinzstadt Nelson wird von Prominenzen wie dem russischen, italienischen, amerikanischen und australischen Rugby-Team erschüttert. Letztere haben sogar einen Star-Status...
Montag: Ich laufe so durch die Stadt und dann seh ich drei italienische Rugby-Spieler in ihren Trikots durch die Straßen schlendern. Ist ja, okay, hab ich schonmal gesehen. Nächste Minute kommen noch drei vorbei. Und dann wieder andere und letztendlisch hab ich auch den Coach getroffen. Aber kein einziger Kiwi hat sich dafür interessiert! Und ich lauf nur so vor mich hin, mit dem Gedanken, dass ich grade neben einer Person gehe, die im Fernsehen war!!!! Und nebenbei auch gut durchtrainiert, braungebrannt, aber was solls..
Als ich gestern mit zwei Freunden nach der Schule unterwegs war, kamen uns die Russen haufenweise entgegen! Diesmal hab ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen und wir sind ihnen eiskalt gefolgt. Weil wir uns nicht entscheiden konnten, wer sie denn nach dem Autogramm fragt. Sie meinten: Du fährst bald weg, wenn du dich blamierst, macht das nichts. Naja, letztendlich konnten die meisten der Spieler so minimal bis gar nicht englisch, von daher hat sichs dann erledigt, sodass ich jetzt ein stolzes Foto von mir mit 1 1/2 Russen draufhab.
Gettin' famous, stalkin' the Russians :D
Das war aber nicht alles, nee, wir haben dann noch mindestens das ganze andere Team getroffen und sind ihnen bis zu Burger King gefolgt. Dort gab es was neues, "Frozen Cola", und das wollte/musste ich dann bestellen. Da wir aber vorher die ganze Zeit über die Russen geredet haben, hab ich dann aus Versehen "Frozen Russians" geordert. Peinlich, weil genau der Spieler, der meine Fragen beantworten konnte (also des Englischens mächtig war), neben mir stand. Die Frau an der Kasse schaute ihn nur so an und hat offensichtlich überlegt, wie man einen 2.10m-Typen in den Eisschrank kriegt. Naja, ich hab dann einen Sundae bekommen...
Heute hat meine Gastmum einen austalischen Rugbyspieler beim Friseur getroffen und durfte seine Muskeln fühlen. Nebenbei bemerkt: Sie ist 67...
Am Mittwoch, als die Australier angekommen sind, hat der Major von Nelson nämlich den Tag zum "hug-an-Aussie"-Day erklärt - weil die Kiwis die Aussies immer ein bisschen mobben, besonders während der WM :D Da hat meine Hostmum dann einfach mal den Australier umarmt, weil ja vor zwei Tagen so ein besonderer Tag war :D
In Nelson ist vielleicht nicht viel los, aber wenn "Celebs" in town sind, dann kriegt man das immer mit...

In nicht einmal zwei Wochen fliege ich wieder nach Hause. Und, seriously, ich habe total gemixte Gefühle deswegen. Einerseits freue ich mich meine Familie und meine Freunde wiederzusehen, aber andererseits will ich gar nicht, überhaupt nicht, weg. Ich hab hier jetzt so viele tolle Leute kennengelernt, Freunde gefunden und ein zweites Zuhause. Achja, und meinen neuen Lieblingssport inklusive Lieblingsmannschaft (GO THE ALL BLACKS!)
Heute abend zum Beispiel war ich mit Stella bei Unite Youth, der coolsten Church Group ever, und die Leute dort sind sooo toll. Auf dem Weg zurück haben wir so viele Sterne gesehen, das Southern Cross und noch viel mehr.
Und wir hatten Takeaway am Tahuna Beach, haben der Sonne beim untergehen zugesehen, ich war ein bisschen plantschen und es war wunderschön. Solche Momente muss man einfach immer in Erinnerung behalten.

Ein bisschen nachdenklich sende ich euch meine liebsten Grüße aus dem Land der langen weißen Wolke.
Ich werde jetzt einfach nicht mehr daran denken, dass die Zeit hier bald um ist, sondern nur noch genießen.
Aber ich werd nicht wie mein lieber Bruder meinen Abflug fast verpassen... Nicht wahr, Markus?




Herzlichst, Ich

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen